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REVIEW

DIE DEUTSCHE REGIERUNGSFLOTTE – IHRE AUFGABEN UND PANNEN

In den letzten Monaten sind der Presse immer wieder Artikel über die Pannenserie der deutschen Flugbereitschaft zu entnehmen. Doch was die der Bundeswehr unterstellten Maschinen alles leisten, bleibt den meisten unbekannt.

DIE FLOTTE IM ÜBERBLICK

VIP-Flüge, Transporteinsätze, Unterstützung humanitärer Hilfsaktionen und der Transport von Kranken und Verwundeten sind nur wenige der Aufgaben der Flugbereitschaft.

Für die verschiedenen abzudeckenden Funktionen besteht die Flotte aus zwei Bereichen: Fünf der „grauen Flotte“ unterstehende multifunktionale Airbus A310 für militärische Aufgaben oder medizinische Transporte und die sogenannte „weiße Flotte“. Sie besteht aus zwei Airbus A340 VIP (ex Lufthansa), zwei Airbus A319, einem Airbus A321 und vier kleineren Bombardier Global 5000. Sollte die weiße Flotte mal nicht ausreichen, können auch die Airbus A310 für den Regierungseinsatz umgerüstet werden.

DER EINSATZ

Seit der Gründung in der Nachkriegszeit bildet der Transport von Regierungsmitgliedern eine der Hauptaufgaben. Fast noch wichtiger sind die Einsätze für die Bundeswehr im Rahmen von nationalen und internationalen Maßnahmen zur Krisenreaktion, Sicherheitsversorgung und humanitären Hilfsaktionen. Auch zum Rücktransport der kürzlich in Madeira verletzten und verstorbenen deutschen Touristen kamen Flugzeuge der Bundeswehr zum Einsatz. Des Weiteren dienen ein paar der Airbus A310 der Flugbereitschaft zur Luftbetankung von Kampfjets. Untergliedern lassen sich die A310 insgesamt in sogenannte MRT (Multi Role Transporter) und MRTT (Multi Role Transporter Tanker) Maschinen. Stationiert sind alle Maschinen der Flugbereitschaft am Flughafen Köln-Wahn und wurden nach bekannten deutschen Persönlichkeiten benannt.

Airbus A310 MRT der Flugbereitschaft – Auf der ILA 2018

FLOTTENENTWICKLUNG DER LETZTEN JAHRE – FLUGZEUG SECOND HAND

Nach dem Eingangs erteilten kurzen Überblick über die allgemeine Zusammensetzung der Flotte, möchte ich euch hier einen noch detaillierteren Einblick über die Flugzeugzugänge in den letzten Jahren geben. Im Jahr 2010 entschied sich die Flugbereitschaft dazu, die in die Jahre gekommene Flotte zu modernisieren. Die bestehenden A310, die bis dorthin das gesamte Leistungsspektrum der Flugbereitschaft abdeckten, sollten um sechs neue Mittel- und Langstreckenflugzeuge ergänzt werden.

Airbus A310 der Flugbereitschaft. Damals noch der weißen Flotte zugehörig.

Folgende Flugzeuge wurden angeschafft:

Zwei Airbus A319CJ mit Platz für 44 Passagiere im Mittelstreckeneinsatz. Sie dienen vor allem dem VIP-Transport im parlamentarischen Bereich und wurden im Sommer 2010 ausgeliefert.

Airbus A319 der Flugbereitschaft.

Ein Airbus A321 mit Platz für 84 Passagiere, davon 14 im VIP und 70 im Delegationsbereich, der im Jahr 2018 ausgeliefert wurde. Sowohl die A319 als auch die A321 können innerhalb weniger Stunden mit einer Personentransporteinheit zum Transport von intensivmedizinischen Patienten ausgestattet werden.

04.04.2019, Berlin: Ein Airbus A321 der Flugbereitschaft der Bundeswehr steht auf dem militärischen Teil des Flughafen Tegel bereit, um Bundespräsident Steinmeier nach Sofia (Bulgarien) zu fliegen. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Auf der Langstrecke kommen zwei Airbus A340-300 zum Einsatz, die nach ihrer Zeit bei Lufthansa aufwendig umgerüstet und für den Regierungseinsatz vorbereitet wurden. Im Gegensatz zur Staatsflotte anderer Länder fällt die deutsche solide, aber nicht protzig aus.

01.04.2019, Berlin: Der A340 Konrad Adenauer der Luftwaffe steht in Berlin-Tegel auf dem Vorfeld, um mit Außenminister Heiko Maas (SPD) nach New York zu fliegen. Beim ersten Dienstflug des Regierungsfliegers nach einer viermonatigen Generalüberholung hat es gleich wieder eine Panne gegeben. Nach der Landung am Flughafen in New York wurde ein Reifenschaden festgestellt. Foto: Ralf Hirschberger/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

DIE PANNEN

Kanzlerin Angela Merkel ist in der Regel mit der A340 „Konrad Adenauer“ unterwegs, da diese über ein Raketenabwehrsystem verfügt. Dieses Flugzeug machte jedoch durch eine Serie von Pannen immer wieder Schlagzeilen. Beispielsweise kam die Kanzlerin wegen eines Totalausfalls des Funksystems erst verspätet mit einer Linienmaschine der Iberia zum G20 Gipfel nach Argentinien.

WIE SIEHT DIE ZUKUNFT AUS?

Sieht so die Zukunft der Flugbereitschaft aus? – Ein Airbus A350 auf der ILA 2018 in Berlin.

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat mittlerweile den Ankauf der drei A350-900 für die Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung gebilligt, sodass die Flugzeuge nun noch im April 2019 bestellt werden. In den knapp 1,2 Milliarden Euro Anschaffungskosten sind neben dem Kauf der Flugzeuge (640 Millionen Euro) auch die Spezifikationen, Beschaffung und Einrüstung der Flugzeugkabinen (288 Millionen Euro), das zugehörige Selbstschutzsystem LAIRCM (229 Millionnen Euro), Ersatzteile, Geräte für die Wartung und Instandhaltung sowie die Erstausbildung des Personals enthalten. Mit den fabrikneuen Flugzeugen „wird die Langstreckenkapazität der Flugbereitschaft gestärkt“, heißt es. Das erste Flugzeug soll bereits ab Mitte 2020 zur Verfügung stehen und die bisherige Langstreckenflotte von zwei Airbus A340 erweitern. Wenn 2022 die anderen beiden A350 ausgeliefert werden, sollen die in Betrieb befindlichen A340-300 zeitnah abgelöst werden.

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